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QUERSPUR 05: Hyperlokal

29Hyperlokal Erst recht mobil, wenn nichts mehr geht Mit dem Kleinbus wird man vor der Haustüre abgeholt und an zentraler Stelle in der Stadt abgesetzt. Auf dem Weg zwischen Wohnort und Arbeits- platz wechselt man drei Mal das Ver- kehrsmittel ohne Zeitverlust und Auf- wand, weil alles planmäßig aufeinan- der abgestimmt ist und mit einem Ticket bezahlt werden kann. Die Lücken im Fahrplan füllen nahtlos jeweils andere Verkehrsmittel. Gehört man zu jener Hälfte Österreicher, die nicht in einer größeren Stadt, sondern im ländlichen Raum wohnt, dann ist diese Vorstellung oft noch Zukunfts- musik – in Wahrheit ist der ländliche Raum mit öffentlichen Verkehrsmit- teln meist schlecht erschlossen. So ist die Eigeninitiative von Privaten gefordert, die die Kooperation mit den den öffentlichen Verkehrsanbie- tern suchen. Oft bringt die Verknüp- fung von bereits Vorhandenem eine neue lokale Mobilitätslösung hervor, wie etwa ein Beispiel aus der Schweiz zeigt: Um die ausgedünnten Fahrpläne von Bussen und Regionalzügen in Blauen, einer 700 Einwohner-Ge- meinde unweit von Basel, zu über- brücken, startete 2013 das Pilotprojekt „FahrMit“. Man wollte ein privates Mobilitätsangebot zwischen den lan- gen Takten der öffentlichen Verkehrs- mittel schaffen. Dadurch kam es zu einer Zusammenarbeit des Verkehrs- anbieters Postauto mit einer der Mit- fahrzentrale flinc und einem Kom- munikationsanbieter. Ein bereits bestehendes Kommunikationssystem wurde adaptiert, das dem Benutzer automatisch Auskunft gibt, wo und wann sich private Mitfahrmöglichkei- ten oder Busverbindungen bieten. Der Aufwand war gering: Die bestehende Postauto-App erhielt Tools des Mit- fahrnetzwerkes. Die Nutzer werden per SMS oder E-Mail informiert, wo, wann und mit wem sie mitfahren können. www.blauen.ch Der problematische Zusammenhang von Regionalentwicklung und öffent- lichem Verkehr ist ein beherrschendes Thema in den Gemeinden, Ländern und Medien geworden: Wo es eine gute Verkehrserschließung gibt, herrscht reger Zuzug – der Speck- gürtel Gänserndorf bei Wien hat laut Statistik Austria von 2003 bis 2013 um 30,1 Prozent zugelegt, ähnlichen Zuzug verzeichnet Kalsdorf bei Graz (20,4 Prozent), während Orte wie Eisenerz (−24,2 Prozent) oder Bad Radkersburg (−13,9 Prozent) mit einen dramatischen Bevölkerungs- rückgang kämpfen. PRIVATE REVITALISIEREN DEN ÖFFENTLICHEN VERKEHR KEIN GEHEIMNIS: WO KEINE INFRASTRUKTUR, DA KEINE BEVÖLKERUNG ÖFFENTLICHER VERKEHR ERREICHT VIELE MENSCHEN IN LÄNDLICHEN REGIONEN NICHT (MEHR), WEIL SICH DIE ERSCHLIESSUNG WIRTSCHAFTLICH NICHT RECHNET. DESHALB ORGANISIERT SICH VERKEHR IN MANCHEN REGIONEN NEU. NICHT ALLES IST AUSGEREIFT, ABER VIELES BEISPIELHAFT. Von Theresia Tasser

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