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QUERSPUR 05: Hyperlokal

24 Ja, das Radio habe Zukunft, findet die deutsche Medienberaterin Inge Seibel. Nur brauche es einen Richtungs- wechsel. Grundsätzlich ist das Radio ein op- timaler Kanal: Es bringt die Hörer schnell auf den aktuellen Stand und ist günstig in der Produktion. Radio als Nebenbeimedium gibt dem Hörer das Gefühl, nicht alleine zu sein, es verkürzt die Zeit beim Autofahren und beansprucht die Konzentration nicht so sehr wie die Bilder des Fern- sehens. Die Musik – das Wichtigste am Programm – weckt Emotionen und humorvolle Moderatoren schub- sen die schlechte Laune weg. Seibel sieht die Chance für das Lokalradio vor allem darin, die Flut an Informationen, die man immer und überall per Knopfdruck ins Wohnzim- mer holen könne, zu bewältigen. Für die Medienberaterin könnte das Lokalradio ein Leuchtturm sein, im Sinne eines lokalen Geschichtener- zählers, der den Hörern Informationen mit individuellem Mehrwert liefere. WIR-GEFÜHL ENTSTEHT DURCH SPRACHE: STATT IN HOCHDEUTSCH WIRD IM TIROLER DIALEKT MODERIERT HEIMAT ZU SENDEN BRINGT QUOTE Und für die der Sender genau die Fragen stellt, die sie schon immer be- antwortet haben wollten. Das macht Radio Osttirol: ein Stück Heimat abbilden. Von der Schnaps- prämierung zur Bergbesteigung mit Osttiroler Beteiligung bis zum Europamagazin, das die Europäische Union aus Osttiroler Sicht erklärt. Oder es wird ausführlich die Frage behandelt, ob das neue Schwimmbad mit oder ohne Rutsche gebaut werden soll. Ein demokratischer Aspekt, denn immerhin würde die Rutsche eine Million Euro an Steuergeldern kosten. Seit April 1998 ist der Sender on Air und hat heute rund 25 Prozent Tages- reichweite. Für einen Privatsender ist das viel. Zum Vergleich: Der be- liebteste Sender Österreichs, Ö3, hatte in der zweiten Jahreshälfte 2013 eine Tagesreichweite von bundesweit 36,6 Prozent. Das Geheimrezept von Radio Ost- tirol? „Sich auf das einlassen, was die Menschen bewegt“, sagt Geschäfts- führerin Christine Brugger, nicht „ir- gendwelche News“ bringen, sondern echte, vor Ort recherchierte Nach- richten. Musikalisch ist der Sender konservativ aufgestellt, mit vielen Volks- und Blasmusiksendungen – „weil so viele Leute hier Musikanten und Musikantinnen sind“. Zu ver- schiedenen Zeiten bedient das Musik- angebot dennoch unterschiedliche Zielgruppen. Wenn über ein Schul- projekt berichtet wird, dann in erster Linie, weil es die Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten der Schüler inter- essiert. Das Lokalradio sieht Christine Brugger als verbindendes Element, weil es ein Wir-Gefühl schaffe. Möglicherweise tauge es sogar als Instrument gegen Abwanderung. Pflanzenkunde beim lokalen Gärtner – Radio Osttirol bringt eigene, vor Ort recherchierte Beiträge. Radio-Osttirol-Geschäftsführerin Christine Brugger im Gespräch mit Gärtnermeister Roland Seeber. Foto:©RadioOsttirol

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