Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

QUERSPUR 05: Hyperlokal

Hyperlokal Wird die Zukunft hyperlokal? Aus Sicht der Medien deutet manches darauf hin, dass neben der großen auch die kleine Welt wieder mehr Bedeutung gewinnt: Nicht nur Printmedien, auch Radiosender und Fernsehkanäle entwickeln neue hyperlokale Konzepte. Auf catchitkansas.com werden zum Beispiel Neuigkeiten von lokalen High-School- Sportteams in Kansas (USA) gezeigt. Mobile App inklusive, damit auch on the go nichts verpasst werden kann. Die Annahme, dass unser gesamter Alltag hyperlokal werden wird, ist hingegen wenig realistisch. Vielmehr werden wir die Möglichkeit, auf global verteilte Information zurückgreifen zu können, vermehrt für die Gestaltung des lokalen Alltags nutzen. Es wird also eher kein „Entweder oder“, sondern ein „Sowohl als auch“ sein. Ein Leben wie damals? Der deutsche Dichter Matthias Claudius (1740–1815) verfasste den bekannten Vers „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ als Sinnbild aufkommender Mobilität in der Zeit der Industrialisierung. „Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“ Vor der Industrialisierung verbrachten die meisten Menschen ihr ganzes Leben an einem Ort – hyperlokal sozusagen. Das lag nicht nur daran, dass Arbeitsplatz und Wohnort örtlich zusammenfielen, sondern auch an fehlenden Transportmöglichkeiten aus dem Dorf hinaus und wieder zurück. Hört man heute noch Radio? Klare Antwort: Ja. Nur hat sich die Art, wie man es tut, geändert – vor allem für Jugendliche ist das klassische UKW-Gerät nutzlos geworden, wie eine Studie des Marktforschungsinstitutes TNS Emnid belegt. Danach stieg die Zahl der deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren, die vor allem das Internet zum Radiohören nutzen, zwischen 2007 und 2010 um 153%. (radiozentrale.de) Was ist hyperlokal? Der Begriff hyperlokal stammt aus dem Journalismus und beschreibt Online-Nachrichten und Berichterstattung, die auf sehr kleine geographische Einheiten wie einen Straßenzug oder Gebäudekomplex zugeschnitten sind und Leser damit vor ihrer Haustüre abholen. Eine herkömmliche Lokalzeitung ist dagegen ein Weltmedium. Hyperlokaler Journalismus hat sich durch das Web 2.0 entwickelt, das im Gegensatz zum Web 1.0 die aktive Gestaltung von Inhalten durch die User zulässt. Man findet die hyperlokalen Nachrichten in speziellen Blogs (z.B. baristanet.com), aber auch auf Websites (z.B. everyblock.com), die lokale Daten aus globalen Medien filtern und der betreffenden Community zuordnen. Kommt der Nachbar künftig aus dem Netz? 39% der Weltbevölkerung nutzen das Internet. 2005 surften erst 16% im World Wide Web. Auch in Europa stieg die Zahl von damals 46% auf heute 75%1 . Der Nachbar aus dem Netz ist also keine Utopie mehr: Eine Studie des Pew Internet & American Life Project (USA) legt handfeste Zahlen über die nachbarschaftliche Vernetzung vor. Demnach ist mehr als ein Viertel (28%) der Internetuser in den USA in speziellen Nachbarschaftsnetzwerken registriert, die neben Schul-Events z.B. auch über Kriminalitätsstatistiken informieren. Über Tratsch und Klatsch von nebenan tauschen sich online 27% der Internetuser aus2 . Was tut die App KiezDaten? Der Zugang zu hyperlokalen Daten wird für viele User immer wichtiger. Wohnungssuchende oder Leute, die ein Geschäft eröffnen wollen, informieren sich gerne über Details im Viertel. Das Amt für Statistik Berlin- Brandenburg hat dafür nun die KiezDaten-App entwickelt. Sie dient der Recherche ausgewählter Daten in möglichst tief gegliederter, räumlicher Ebene. So kann z.B. der Kfz-Bestand eines Berliner Stadtteils (Kiez) abgerufen werden, aber auch detaillierte Informationen über die nächstgelegene Bildungseinrichtung. (statistik-berlin-brandenburg.de/ home/appseite1.asp) Warum heißt das Stadtviertel nicht Stadtfünftel? Der Begriff Stadtviertel geht auf die Bauweise römischern Städte zurück, die quadratisch angelegt waren und durch ihre zwei sich kreuzenden Hauptachsen (Cardo: Nord-Süd-Achse bzw. Decumanus: Ost-West- Achse) in vier Teile geteilt wurden. Quellen: 1InternationalTelecommunicationsUnion 2webpronews.com Mitarbeiter dieser Ausgabe Dipl.-Bw. Maren Baaz, Catherine Gottwald, Margit Hurich, Mag. (FH) Christian Huter, Mag. Claudia Kesche, Mag. Uwe Mauch, MMag. Ursula Messner, Dr. Daniela Müller, Dr. Ruth Reitmeier, Katrin Stehrer, BSc, MSc, Theresia Tasser, DI Anna Várdai, Silvia Wasserbacher-Schwarzer, BA, MA Fotos Karin Feitzinger, Barbara Wais Grafik Design, Illustrationen Drahtzieher Design & Kommunikation, Barbara Wais, MA Korrektorat Mag. Christina Preiner, vice-verba Druck Hartpress Blattlinie Querspur ist das zweimal jährlich erscheinende Zukunftsmagazin des ÖAMTC. Ausgabe 05/2014, erschienen im Mai 2014 Download www.querspur.at Impressum und Offenlegung Medieninhaber und Herausgeber Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), Schubertring 1-3, 1010 Wien, Telefon: +43 (0)1 711 99 0 www.oeamtc.at ZVR-Zahl: 730335108, UID-Nr.: ATU 36821301 Vereinszweck ist insbesondere die Förderung der Mobilität unter Bedachtnahme auf die Wahrung der Interessen der Mitglieder. Rechtsgeschäftliche Vertretung DI Oliver Schmerold, Verbandsdirektor Mag. Christoph Mondl, stellvertretender Verbandsdirektor Konzept und Gesamtkoordination winnovation consulting gmbh Chefredaktion Mag. Gabriele Gerhardter (ÖAMTC), Dr. Gertraud Leimüller (winnovation consulting) Chefin vom Dienst Silvia Wasserbacher-Schwarzer, BA, MA

Seitenübersicht